Aktuelles

Pressemitteilungen
Der Weltmarktpreis für Kakao ist in den vergangenen Monaten drastisch gesunken. Für Kleinbauern und ihre Familien hat das drastische Folgen. Wir haben wichtige Informationen zusammengestellt - und unsere weitaus höheren Einkaufspreis natürlich trotzdem beibehalten. (mehr)

Besuch vor Ort
Wir haben die Kakao-ProduzentInnen von FONMSOEAM in Ecuador besucht. Das Erdbeben vom Frühjahr 2016 hat auch dort Spuren hinterlassen. (mehr)


Verkaufspunkte

Alle unsere Produkte entsprechen der EG-Öko-Verordnung (DE-ÖKO-006)



FONMSOEAM: Kakao

Besuch vor Ort

Die Blüte nach dem Erdbeben

Üppiges Grün und mächtige Bäume umgeben die Straße nach Esmeraldas. Rund 400 Kleinbauern der Vereinigung FONMSOEAM kultivieren in den Mangrovenwäldern im Norden Ecuadors Kakao der seltenen Sorte Nacional. Wir waren im Dezember 2016 zusammen mit unserem französischen Kollegen Nicolas Eberhart vor Ort, um die Produzenten zu besuchen und uns deren Verarbeitungszentrum anzuschauen.

Die Fahrt von der Hauptstadt Quito, in 2800 Meter Höhe am Äquator gelegen, nach Esmeraldas zeigte die ganze Vielfalt und den ökologischen Reichtums Ecuadors. Die Reise führte und zunächst durch Weidelandschaften mit Viehwirtschaft. Schon bald tauchten die ersten großen Farne auf und mit jedem Kilometer wurde die Landschaft immer üppiger. Auch die starke Abholzung links und rechts der Straße war unübersehbar. Gerade im Tiefland fallen vor allem die großflächigen Palmölpflanzungen ins Auge.

Das Ziel unserer Reise war das Verarbeitungszentrum unseres Projektpartners FONMSOEAM. Es liegt wenige Kilometer vom Strand entfernt direkt an der Hauptverbindungsader an der ecuadorianischen Pazifikküste. Im Frühjahr 2016 wütete auch in dieser Region das schwere Erdbeben, das im gesamten Land Hunderte Tote und Tausende Verletzte hinterließ. FONMSOEAM hatte keine Todesopfer zu beklagen, aber erhebliche Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur. Die Wohnhäuser einiger Mitglieder stürzten ein und auch das Verarbeitungszentrum wurde beschädigt.

Mit Unterstützung von ETHIQUABLE ist es den Produzenten gelungen, Hilfsgelder der Europäischen Union im Rahmen der Erdbebennothilfe einzuwerben. Nun müssen die Kleinbauern einen strikten Zeitplan einhalten und ihre Arbeit ausführlich dokumentieren. Den europäischen Papiertiger zu bändigen, ist für eine ecuadorianische Produzentenvereinigung keine leichte Aufgabe. Denn zeitgleich stand auch die routinemäßige Überprüfung der Fairhandelszertifizierung auf der Agenda. Die eigentliche Kernaufgabe, nämlich das Einsammeln und Fermentieren des Kakaos, muss parallel natürlich auch permanent erledigt werden.

Bei unserer Ankunft empfing uns Vincente, der aktuelle Präsident der FONMSOEAM. Überall waren Mitarbeiter mit der Verarbeitung des geernteten Kakaos beschäftigt und der Geruch fermentierter Kakaobohnen lag in der Luft. Es gab 2016 eine Rekordernte. Das war wohl auch eine Folge der Erdstöße. Kurz nach der Katastrophe waren die Erträge eingebrochen, aber offensichtlich hat der Stress die Pflanzen nach dem ersten Schock zu einer vermehrten Blüte und Produktion angeregt. Leider bedingt dies einen Preisverfall bei den lokalen Zwischenhändlern. Um so größer war die Freude, als wir erneut den bisher gültigen Preis bestätigten – für uns ist das eine Selbstverständlichkeit unserer fairen partnerschaftlichen Beziehung.

Vom Verarbeitungszentrum aus machten wir uns auf den Weg zu einem Kleinbauern, dessen Haus vom Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurde und nun mit Hilfe der EU-Gelder repariert wird. Dutzende FONMSOEAM-Mitglieder sind in der gleichen Situation und müssen nun Stück für Stück den Zustand wiederherstellen, der vor dem Beben herrschte.

Eines konnten die Naturgewalten jedoch nicht zerstören: Den enormen Kontrast zwischen den dürren, abgeholzten Weideflächen der konventionell wirtschaftenden Nachbarn und der Diversität auf den Parzellen der Kleinbauern. Die Kakaopflanzen werden in Mischkulturen mit anderen Pflanzen angebaut und gedeihen unter den Kronen hoher Bäume.

Ähnlich wie den Kakaobäumen der Kleinbauern geht es auch der Organisation FONMSOEAM: Sie wächst und gedeiht. In naher Zukunft sollen 300 Mitglieder der Ethnie der Chachi aufgenommen werden. Damit wird nicht nur die Menge des Kakaos erhöht, sondern auch ein Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet. Denn die Chachi leben im Naturschutzgebiet und tragen durch den nachhaltigen Kakaoanbau zu dessen Erhalt bei.

Für uns ist die Zusammenarbeit mit FONMSOEAM von großer Bedeutung. Wir haben deswegen dieses Jahr zwei neue Schokolade mit Kakao aus Esmeraldas auf den Markt gebracht: Unsere Vollmilch 53% mit wenig Zucker sowie unsere Noir 98% bringen den hervorragenden Geschmack des Edelkakaos aus Ecuador besonders gut zur Geltung.

Impressionen