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Pressemitteilungen
Der Weltmarktpreis für Kakao ist in den vergangenen Monaten drastisch gesunken. Für Kleinbauern und ihre Familien hat das drastische Folgen. Wir haben wichtige Informationen zusammengestellt - und unsere weitaus höheren Einkaufspreis natürlich trotzdem beibehalten. (mehr)

Besuch vor Ort
Wir haben die Kakao-ProduzentInnen von FONMSOEAM in Ecuador besucht. Das Erdbeben vom Frühjahr 2016 hat auch dort Spuren hinterlassen. (mehr)


Verkaufspunkte

Alle unsere Produkte entsprechen der EG-Öko-Verordnung (DE-ÖKO-006)



Gestern und heute

Wo liegt der Ursprung des Fairen Handels?

Ein neues Phänomen ist der Faire Handel keineswegs. Bereits vor mehr als 40 Jahren forderten ProduzentInnen auf der UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) das Prinzip "Trade, not aid". Sie wollten nicht länger von Hilfsmitteln abhängig sein, sondern ihren Lebensunterhalt durch Handelspartnerschaften auf Augenhöhe bestreiten. Elementare Bestandteile des Fairen Handels mit Kleinbäuerinnen und -bauern aus dem globalen Süden sind die Garantie menschenwürdiger Einkommen, die Einhaltung von Arbeitsrechten sowie möglichst umweltschonende Anbauweisen.

Die Weltläden entstehen

Gleichzeitig entwickelten sich aus der Zivilgesellschaft heraus integrierende Netzwerke: Spezielle Organisationen umgingen konventionelle Distributionswege, indem sie Waren importierten und direkt an die VerbraucherInnen verkauften. Oxfam in Großbritannien oder SOS Wereldhandel in den Niederlanden waren die ersten, die sogenannte Weltläden gründeten. In Europa und Nordamerika verbreitete sich die Idee schnell. Die Weltläden, die Nahrungsmittel und Kunsthandwerk aus den Ländern des Südens verkauften, boten eine Alternative zur üblichen Vermarktungspraxis. Hilfsorganisationen unterstützten die Kleinbäuerinnen und -bauern und KunsthandwerkerInnen bei der Vermarktung und zahlten einen fairen Preis für die Produkte.

Produkte werden unabhängig zertifiziert

Nachdem 1988 die Kaffeebäuerinnen und -bauern im mexikanischen Bundesstaat Chiapas auf ihre schlimmen Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht hatten, wurde die Vereinigung Max Havelaar gegründet. Ihr Ziel war es, ProduzentInnen und VerbraucherInnen enger zusammenzubringen und eine Reihe von spezifischen Bedingungen für die Produktion und Rückverfolgbarkeit von Kaffee, Zucker, Bananen, Tee, Reis, Honig, Fruchtsaft, Gewürze und Baumwolle zu etablieren.

Diese in Gruppen aufgeteilte und mit einem Siegel versehenen Produkte werden auf verschiedenen Ebenen kontrolliert. Sowohl die ProduzentInnenorganisationen im globalen Süden als auch die ImporteurInnen hierzulande werden von unabhängigen PrüferInnen kontrolliert.

Fairtrade breitet sich aus

Als er in die Supermärkte gelangte, war der „Max Havelaar-Kaffee“ so erfolgreich, dass er sich auch schnell außerhalb von Holland ausbreitete. Andere Fairhandels-Organisationen übernahmen die Zertifizierung 1990 in Belgien, 1992 in der Schweiz und Frankreich und 1994 in Dänemark. In Spanien entstand 2005 das FAIRTRADE-Siegel, um die Entwicklung des Angebots von neuen Produkten und seine Einführung in großen Verkaufsflächen zu begünstigen. In Deutschland brachten 1993 Fairhandelsorganisationen mit „TransFair“ ihr eigenes Siegel auf den Markt. Es wird auch in Österreich, Japan und Italien genutzt. Seit 1994 verfügen auch Briten und Iren über ein eigenes Siegel: Fairtrade.

Neben Transfair und seinem internationalen Netzwerk gibt es noch weitere Initiativen und Organisationen, die Produkte und AkteurInnen des Fairen Handels unabhängig zertifizieren. ETHIQUABLE Deutschland setzt beispielsweise auch auf Ecocert Fair Trade und auf das KleinproduzentInnensymbol SPP der mexikanischen Organisation FUNDEPPO.

Wo steht der Faire Handel heute?

Nach Angaben des Forums Fairer Handel, einem bundesweiten Netzwerk des Fairen Handels, lag der Umsatz mit fair gehandelten Produkten aus dem Süden im vergangenen Jahr allein in Deutschland bei einer Rekordhöhe von 1.139 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Zuwachs von 11 Prozent. Den größten Anteil am Umsatz haben mit rund 79 Prozent Lebensmittel, von denen rund 80 Prozent kontrolliert biologisch angebaut wurden.